Bist du ein Mensch der gerne wartet? Ich nicht. Und schon gar nicht beim Surfen im Internet!
Aus verschiedenen Studien weiß ich, dass ich damit nicht alleine auf dieser Welt bin. Besonders in Zeiten, in denen die Internetverbindungen immer schneller werden, stören sich viele Menschen an Webseiten mit langen Ladezeiten.
Gut für dich, wenn du dieses Problem erkannt hast und bereits gehandelt hast.
Doch weißt du, in welchem Bereich sich die optimale Ladezeit für eine eigene Homepage bewegt und warum es so wichtig ist, sich dieser soweit wie möglich anzunähern?
Mit diesen Fragen beschäftige ich mich in diesem Artikel.
Warum ist es so wichtig, die optimale Ladezeit anzustreben?
Es gibt zwei sehr gute Gründe, warum du auch für deine Website den Bereich der optimalen Ladezeit anstreben solltest.
- Schlechte Ladezeiten strapazieren unsere Nerven und sorgen für eine schlechte Nutzererfahrung.
- Schlechte Ladezeiten beeinflussen die Conversion Rate deiner Website im negativen Sinne.
Schlechte Ladezeiten strapazieren unsere Nerven
Im Jahr 2010 führte die Firma Foviance eine Studie an der Glasgow Caledonian University durch. In dieser Studie wurde untersucht, wie sich die Ladezeit einer Website, auf den Stress-Level der Probanden auswirkte.
Das Ergebnis dieser Studie hat mich nicht besonders überrascht! Demnach müssen Besucher einer nicht performanten Seite, 50% mehr Konzentration aufwenden um ans Ziel zu kommen.
Am häufigsten wurde eine schlechte Ladezeit von den Teilnehmern kritisiert:
The website was very slow so it took a really long time to load the book preview.
What I liked least about the site is its speed.
Solche Aussagen stehen natürlich nicht gerade für eine positive Nutzererfahrung und die Verantwortlichkeit dafür, wird immer beim Betreiber der Website gesucht. Hierbei spielt es keine Rolle, ob externe Faktoren die Leistung beeinflusst haben. Wenn der Besucher deiner Seite eine negative Nutzererfahrung erleben sollte, hat dies immer Auswirkungen auf dein Markenimage und die Loyalität des Besuchers.
Auch die Conversion Rate wird deutlich beeinflusst
Schlechte Ladezeiten haben auch einen großen Einfluss auf die Conversion Rate und somit auf die Verkäufe einer Website.
Bestimmt kennst du folgende Situation!?
Du willst ein bestimmtes Produkt kaufen und legst es in den Warenkorb. Um die Bestellung abzuschließen, musst du den Bestellprozess durchlaufen. Dieser ist in guten Onlineshops meist verschlüsselt und es kann zu längeren Ladezeiten kommen, da der Verbindungsaufbau zum Server verlangsamt wird.
Nun hast du aber nicht viel Zeit und es stehen auch noch andere Dinge auf deiner Aufgabenliste. Was also tun, wo der nächste Anbieter im Internet doch nur einen Klick weit entfernt ist?
Genau! Du gehst höchstwahrscheinlich zur Konkurrenz.
Sowie du, denken ungefähr 3/4 der Internetnutzer und auf Seiten des Betreibers bleibt ein Absprung und eine schlechte Conversion Rate zurück.
Wie sich die Ladezeit auf die Conversion Rate auswirkt, hat der Onlineshop-Betreiber Amazon 2008 analysiert. Die Analyse ergab, dass eine um 100ms schlechtere Ladezeit, einen Umsatzrückgang von 1% bedeutet.
Auch Google hat ähnliche Ergebnisse in einer Studie feststellen können. Bei Google verringerten sich die täglichen Suchanfragen um 0,2%, bei einem Anstieg der Ladezeit um 100ms.
Die Ergebnisse dieser Studien lassen sich auf alle Website-Typen übertragen und man kann sagen, dass eine bessere Ladezeit für eine bessere Nutzererfahrung und mehr Erfolg einer Website steht.
Doch in welchem Bereich liegt die optimale Ladezeit für deine Website?
In welchem Bereich liegt die optimale Ladezeit?
Dieser Bereich kann stark variieren und genaue Angaben sucht man meist vergebens.
Das ist aber auch nicht weiter verwunderlich. Die Ladezeit wird nämlich von jedem Besucher anders empfunden.
Was für den einen Besucher eine halbe Ewigkeit dauert, kann für einen anderen völlig im Rahmen sein. Außerdem kommt es auch darauf an, welche Erwartungen der User an den Inhalt einer Seite hat.
Willst du dir zum Beispiel ein Video anschauen, rechnest du wahrscheinlich gleich mit längeren Ladezeiten. Diese nimmst du auch gerne in Kauf. Schaust du dir hingegen textlastige Webseiten an, wird deine Geduld schnell überstrapaziert.
Das Gleiche gilt auch für deine Besucher. Sind die Wartezeiten zu lang, werden Sie schnell abgelenkt und beginnen andere Dinge nebenbei zu erledigen oder verlassen deine Website gleich ganz.
Laut einer Studie von Akamei, würden 40% der Besucher deine Website bereits verlassen, wenn sie länger als 3 Sekunden warten müssten.
Im Diagramm kannst du sehr schön sehen, wie die Absprünge exponentiell ansteigen.
Bei einer Sekunde Wartezeit liegen sie noch bei 2% und bei zwei Sekunden Wartezeit schon bei 10%.
Der dramatische Anstieg der Absprünge ab einer Sekunde Wartezeit, kann mit den folgenden Grenzen der menschlichen Wahrnehmungsfähigkeit erklärt werden.
Die 3 wichtigen Grenzen der Ladezeit
Nach Jakob Nielsen gibt es 3 wichtige Grenzen die du beachten solltest, wenn du die Ladezeit deiner Website optimierst.
- bis 0,1 Sekunden
Bis zu dieser Grenze hat der Besucher das Gefühl, dass das System unmittelbar auf seine Anfrage/Aktion reagiert. Hierbei denkt der Besucher, dass er selbst für das Ergebnis verantwortlich ist und nicht der Computer. - bis 1 Sekunde
Liegt die Ladezeit einer Website bei ungefähr 1 Sekunde, merkt der Besucher deiner Seite diese Verzögerung. Sie bewegt sich aber in einem Rahmen, wo sich der Besucher noch voll und ganz auf seine Aufgabe konzentrieren kann und sein Gedankenfluss nicht gestört wird. - bis 10 Sekunden
Ab dieser Grenze wird es für einen Besucher sehr schwierig, seine Aufmerksamkeit auf die aktuelle Tätigkeit zu fokussieren. Beim Besucher entsteht der Wunsch, die lange Ladezeit mit anderen Aufgaben zu überbrücken oder er verlässt deine Website gleich ganz.
Diese 3 Grenzen beruhen auf Erkenntnissen aus der Wahrnehmungspsychologie. Trotz des hohen Alters, sind sie immer noch so aktuell wie damals und man kann aus Ihnen sehr gute Rückschlüsse auf eine optimale Ladezeit ziehen.
Ableitung der optimalen Ladezeit
Du hast gesehen, dass laut der Studie von Akamei die Absprungrate nach einer Sekunde Wartezeit drastisch ansteigt.
Außerdem hast du erfahren, dass bei einer Wartezeit von ungefähr einer Sekunde, die menschliche Wahrnehmungsfähigkeit Verzögerungen wahrnimmt. Diese wirkt sich aber noch nicht auf den Gedankenfluss deines Besuchers aus. Erst bei höheren Ladezeiten, kommt es zu eindeutigen Schwierigkeiten und dein Besucher hat es schwer sich auf die aktuelle Aufgabe zu fokussieren.
Was spricht also dagegen, die optimale Wartezeit im Bereich von 1 Sekunde anzusetzen?
Ich würde sagen nichts!
Ich für meinen Teil versuche auf jeden Fall, die Ladezeit meiner Seiten nicht über 1,5 Sekunden kommen zu lassen. Das erklärte Ziel meiner Optimierungsbemühungen ist aber immer die magische 1.
Für mich besteht auf jeden Fall ein Handlungsbedarf, wenn die Ladezeit über die Grenze von 2 Sekunden tritt. Diese Wartezeit ist deutlich spürbar und meiner Meinung nach wird hier die Nutzererfahrung schon leicht negativ beeinflusst.
Die Ladezeit deiner Website sollte also im Bereich von 1 – 1,5 Sekunden liegen. Weniger ist natürlich immer besser 🙂
Fazit
Bereits ein paar Sekunden Verzögerung reichen aus, um bei deinem Besucher eine negative Nutzererfahrung zu schaffen. Er fühlt sich nicht mehr so, als hätte er alles unter Kontrolle und ist bewusst darüber verärgert, dass er auf das vollständige Laden deiner Website warten muss.
Die Konsequenz?
Wenn dein Besucher nicht gerade besonders engagiert ist, seine Aufgabe auf deiner Seite zu beenden, wird er aufgeben und deine Seite verlassen. Häuft sich dieses Verhalten bei deinen Besuchern, kann das ganz leicht zu starken Umsatzeinbußen führen.
Deshalb solltest du die Ladezeiten deiner Website so gering wie möglich halten.
Als Richtwert kannst du die eine Sekundenmarke als optimale Ladezeit für deine Website anpeilen. Ab einer Sekunde Ladezeit, merkt dein Besucher die Verzögerung zwar, sie stört aber seinen Gedankenfluss nicht und er kann sich noch voll und ganz auf seine Aufgabe konzentrieren.
Meiner Meinung nach besteht bei Webseiten mit einer Ladezeit von 2 Sekunden und mehr, auf jeden Fall Optimierungsbedarf!
Siehst du dies ähnlich oder hast du andere Erfahrungen gemacht?
Unser Tipp: Wenn du eine kostenlose Homepage erstellen möchtest, dann kann ich dir den Homepage Baukasten “Wix” absolut empfehlen! Auch wenn du einen Blog erstellen oder einen Online-Shop aufbauen willst, ist Wix die beste Wahl. Hier findest du eine Auflistung der besten Homepage Baukästen im Vergleich.
Auch wenn der Artikel 2013 bzw. 2015 ist, er steht bei Google relativ weit oben, was mich zum klicken und lesen förmlich aufgefordert hat!
Dennoch möchte ich mal einwerfen, dass du deine 1 – 1.5 Sekunden irgendwie verfehlt hast. Die Startseite hat immerhin knappe 3.4 Sekunden gebraucht, dieser Artikel immerhin 5.2 Sekunden wenn ich -wie die Masse- mobil online gehe.
Eventuell solltest du diesen Artikel noch um das -vorzugsweise- deutsche Problem der extremen Datendrosselung erweitern. 10 Sekunden sind mit einem gedrosseltem Mobiledevice schon ein traumhafter Wert.
MfG
Hi ich 🙂
Vielen Dank für dein Feedback und die Denkanstöße.
Ich glaube ich hätte im Artikel erwähnen sollen, dass sich die 1 – 1,5 Sekunden auf Desktop-Geräte beziehen. Wenn wir mobile Endgeräte betrachten würden, sind die Ladezeiten natürlich höher (auch die von meiner Website) und bei einer Datendrosselung, kann man das Surfen im Internet eigentlich gleich sein lassen.
Mit welchem Tool hast du die Ladezeit meiner Website denn gemessen?
Viele Grüße
Enrico
Hu, das kommt etwas spät aber immer hin 😀
“Gemessen” über die Konsole von Chromium, Throttling-Werte von 50kb/s bis eben mein DSL-Maximum. Sie ist zwar nicht die genauste Methode aber sie kommt den reellen Werten recht nahe.
Dennoch halte ich solche Studien für fragwürdig, so wie die Neuste von 2015 nach derer rund 30% der Online-Shop-Kunden schon nach 3 Sekunden abhauen würden wenn sich nichts tut. Spaß-Angaben werden da sicher extrem sein, dann noch jene, die kein wirkliches Zeitgefühl haben.
Drei Sekunden, der durchschnittliche User hat da noch nicht mal seinen Benutzernamen im Login eingetackert…
Ich glaube, die Werte der Studien kann man getrost halbieren, damit dürften die Daten der Realität entsprechen.
Ja das mit dem Messen der Ladezeit ist schon so eine Sache. Es gibt so viele Variablen die man beachten muss, die Einfluss auf den endgültigen Wert haben. Wenn ich dir jetzt z.B. berichte, dass ich mit der Konsole von Chromium ohne Throttling für meinen Blog eine Ladezeit von 1,16 Sekunden gemessen habe, wirst du höchstwahrscheinlich nicht auf die selbe Zeit kommen, auch wenn wir den gleichen Internetanschluss hätten. Hier spielt ja auch der Weg der Daten über die Datenleitung eine Rolle und noch viele andere Dinge.
Auch die Ergebnisse der Studie kann man anzweifeln.
In einem Punkt sind wir uns aber hoffentlich einig, nämlich dass man die Ladezeit nicht vernachlässigen sollte. Sie spielt einfach eine wichtige Rolle. Wenn User länger als gewohnt auf die Inhalte einer Website warten müssen, werden sie ungeduldig und wenn es ihnen zu bunt wird, sind sie weg.
Natürlich muss jeder selbst für sich entscheiden, wieviel Arbeit er in die Optimierung der Website Performance investieren möchte. Die meisten Studien kommen aber zu einem ähnlichen Ergebnis: Je schneller die Inhalte sichtbar sind, desto besser fällt auch die Conversion Rate aus. Oder anders: Je schneller eine Seite lädt, desto weniger Besuche führen zu Absprüngen.
Viele Grüße
Enrico
Vielen Dank Enrico für deinen Artikel.
Jetzt habe ich ein Gefühl dafür, was eine annehmbare Ladezeit ist. Wobei sich 1s auch schon mal ziemlich lang anfühlen kann. 🙂
Dennoch, mein Ziel ist unter 1s zu bleiben.
Deine Seite hier habe ich mal mit Pindom gemessen (Stockholm natürlich): 590 ms
Mit dem GoogleTool PageSpeed schaut die Sache nicht so gut aus.
Desktop 77 von 100 und Mobil 68 von 100 Da ist noch Luft nach oben.
Vor allem deine JPGs und PNGs kannst du teilweise um 95% komprimieren.
Was ich noch so gelesen habe, ist es oft auch eine Sache vom Hosting. Wenn man sich mit 100 oder 1000 Anderen einen Surver teilt, na dann geht die Ladezeit wohl auch in den Keller.
Vielen Dank nochmal! Gruß Dieter
Hi Dieter,
es freut mich das dir der Artikel gefallen hat 🙂
Ich war ein bisschen über deine Ergebnisse vom PageSpeed Insight meiner Website überrascht und musste gleich mal testen. Ich bekomme für die Startseite Werte von 76 für Mobil und 89 für Desktop. Hast du eventuell die URL des Artikels getestet?
Das mit dem Hosting ist natürlich völlig richtig. Am besten ist es natürlich sich einen Root- oder Managed-Server zu mieten, auf dem man dann nur seine Onlineprojekte hostet. Diese Server kosten aber auch gleich ein Vielfaches und im Moment reicht mir mein Shared-Hosting-Paket noch völlig aus.
Viele Grüße
Enrico
Der Google-Guru für Speed-Optimierung sagt, dass 85/100 schon ein sehr gutes Ergebnis sind und man auf 100/100 nicht so viel geben darf. Außerdem ist PageSpeed Insight kein gutes Messinstrument für Ladezeiten. Dafür aber gibt es sehr gute Hinweise was man verbessern könnte wenn es geht.
Womit ich in letzter Zeit häufiger Probleme im Sinne von langen Wartezeiten habe ist irgendwie Google. Vor allem Analytics braucht da grade irgendwie immer lang wenn ich auf Anmelden klicke. Wäre Google da ein Online-Shop wäre ich mit Sicherheit schon wieder weg 😛
Die längste Zeit in den letzten Monaten die gemessen habe waren so über die 150 Sekunden. Aber das war ein Zugriff von der Elfenbeinküste 😀 Europa liegt eigentlich so zwischen 1-2 Sekunden.
Hi Markus,
dass mit Google habe ich auch beobachtet. Zwar habe ich kein Analytics eingebunden, aber dafür braucht Adsense immer super lange. Nachdem ich die Werbung auf meiner Seite eingebunden habe, lädt diese bestimmt 1/3 der Zeit länger. Nicht gerade sehr vorbildlich wenn man bedenkt, dass Google ihre Suche auf Hochleistung getrimmt hat…
Viele Grüße
Enrico
Danke für den tollen Artikel!
Vielen Dank für die hilfreichen Informationen. Ich habe viel Neues erfahren. Das ist aktuell für mich, weil ich vor kurzem meine eigene Seite erstellt habe. Das konnte ich mit Homepage Vorlagen für Website https://www.templatemonster.com/de/ verwirklichen.
Meine Webseite auf WordPress Basis lädt leider auch sehr langsam. Es handelt sich um die Seite http://www.wohnmobil-mieten-billig.de – hat hier jemand Erfahrungen damit was ich tun kann um die Seite deutlich schneller zu machen? Bei der aktuellen Ladegeschwindigkeit verliere ich sicherlich viele Besucher bzw. Kunden.
Hallo Bernd,
so schlecht sieht das doch bei deiner Seite gar nicht aus. So wie es aussieht, hast du da ja auch schon selbst einiges optimiert oder?
Viele Grüße
Enrico
Wann wurde der Artikel veröffentlicht?
Hallo Anna,
den Artikel habe ich im Januar 2015 veröffentlicht. Die Inhalte sollten aber immer noch aktuell sein.
Viele Grüße
Enrico
Hallo Enrico,
der Artikel hat nichts an Aktualität verloren. Mein eigener Anspruch liegt ebenfalls bei 1,5 Sekunden, bei 2 Sekunden verliere ich selber bereits die Geduld.
Viele Grüße
Karen
Danke für den hilfreichen Artikel! Ausgezeichnet Tipp.
Servus Erdnuss,
erst mal danke für dein Artikel
hat mir weiter geholfen nur meine Seeite erreicht ungefähr 1,5 sekunden,
ist das gut?
MfG
Anonymus Aktus Makaktus El Foktus Schikane